Mut statt Wut

Aufbruch in eine neue Demokratie | Ein Blog von Claus Leggewie

28.
Nov.
11

Nach Durban

Von Claus Leggewie|Allgemein|1 Kommentar

Die Klima-Verhandlungen in Durban beginnen, große Hoffnungen darf man darauf nicht setzen. Umweltminister Röttgen hat alte Ideen des WBGU zum CO2-Budget aufgegriffen. Hier eine kritische Betrachtung, die ich erstmals in Brüssel vorgetragen hatte.

27.
Nov.
11

MultiKulti 2.0

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Das 1990 erschienene Buch “MultiKulti. Spielregeln der Vielvölkerrepublik” (Rotbuch, mehrere Auflagen) ist jetzt im Blumenkamp Verlag mit einer aktuellen Einleitung und einem Nachwort des ehemaligen NRW-Integrationsministers Armin Laschet neu vorgelegt worden und kann hier bestellt werden.

27.
Nov.
11

Zukunftskammern

Von Claus Leggewie|Allgemein|4 Kommentare

Das Konzept der Zukunftskammer aus “Mut statt Wut” habe ich – von der Stuttgarter Entscheidung ausgehend im Blick auf die Suche nach einem Endlager für atomaren Müll – hier näher ausgeführt.

27.
Nov.
11

Arabischer Herbst

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Hier eine interessante Debatte über die Aussichten der arabischen Demokratiebewegungen, die ich mit den beiden Islamwissenschaftlern Gudrun Krämer (Berlin) und Stefan Weidner (Köln) im Schauspiel Essen für die Sendung LesartSpezial von DeutschlandradioKultur am 14. November geführt habe. Meine Position zu Möglichkeiten europäisch-arabischer Beziehungen findet man hier.

05.
Nov.
11

Glasnost und Perestrojka des Kapitalismus?

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Ein Artikel in der Financial Times Deutschland und ein Gespräch in Nordwestradio Bremen.

01.
Nov.
11

Buhmann Papandreou

Von Claus Leggewie|Allgemein|1 Kommentar

Georgios Papandreou verdient großen Respekt. Mag sein, dass bei dem Entschluss, das griechische Volk über seine Rettung selbst entscheiden zu lassen, auch Amtsmüdigkeit oder Taktik im Spiel waren; mag ebenfalls sein, dass dieser Akt der Volkssouveränität durch Machenschaften der griechischen Parteien und der Krisenkabinette in Berlin und Brüssel noch durchkreuzt wird. Entscheidend ist, dass spätestens seit gestern Nacht die völlig konträre Logik “der Märkte” und “der Politik” offen zutage liegt. Denn was demokratiepolitisch unstrittig sein sollte, hat bei Banken und Börsen Panik ausgelöst. Die Verachtung, die dieses Milieu für den Staat, wie wir ihn kannten, übrig hat, empfindet es seit Langem auch für die demokratische Herrschafts- und Lebensform. Wer das Volk befragt, schadet dem Kapitalismus. So sehr hat der Kapitalismus schon die Demokratie beschädigt.

25.
Okt.
11

Feuer unterm Hintern?

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In einer der unzähligen Talkshows zum Thema Euro-Krise fleht ein ehemaliger Bankvorstand gerade darum, man möge ihm und seinesgleichen, die auf steigende Agrarpreise und damit die Zunahme des Hungers in der Welt spekuliert haben, “Feuer unterm Hintern machen”. Ein früher Protagonist des Börsenfernsehens behauptet, schon immer für die Finanztransaktionssteuer gewesen zu sein, die gerade ein ehemaliger CDU-Generalsekretär und heutiges Attac-Mitglied propagiert. Auch die Bundeskanzlerin ist dafür. Ein Drehbuchschreiber, der sich das vor zehn Jahren ausgedacht hätte, wäre wohl ausgelacht worden.

Die Frage ist, ob es noch gelingen kann, ein Finanzsystem, in welchem Hochfrequenzcomputer sich mit organisierter Verantwortungslosigkeit paaren, noch unter Kontrolle zu bringen. Eine Bankenwelt also in ihre dienende Funktion zurückzuversetzen und sie auf ein vernünftiges Maß zu stutzen. Den Kapitalismus, der sich alle Lebensbereiche weitgehend unterworfen hat, wiedereinzubetten in moralische, soziale, kulturelle Normen. Ihm ketten anzulegen, da er seine Dynamik verloren hat und ganz offenbar zur Selbsterhaltung nicht mehr fähig ist. Niemand hätte sich 1989 vorstellen können, dass auch der Kapitalismus, wie wir ihn kannten, in die jetzige Lange kommt. Er muss sich reformieren – bis hart an die Grenze dessen, was Kapitalismus überhaupt ist.

Karl Polanyi hat beschrieben, wie es der Marktwirtschaft gelungen ist, sich aus dem Bett, in dem sie im alten alteuropäisch lag, zu erheben. Immer ging es um Gewinn, aber dazu stellte die Wirtschaft Gebrauchswerte her, die Banken gaben dafür Kredite, das alles hatte unterm Strich einen Gesamtnutzen für die Gesellschaft. Heute haben sich vor allem die Finanzwelt, aber auch Teile der Unternehmen in eine Parallelgesellschaft verzogen, in der organisierte Unverantwortlichkeit herrscht. „Wieder-Einbettung“ heißt dann: die Märkte müssen tun, was die Gesellschaft will, nicht umgekehrt.

Über mögliche Alternativen habe ich heute eine Außenansicht in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht.

15.
Okt.
11

Warum nicht Wut?

Von Claus Leggewie|Allgemein|Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Mut statt Wut ist nicht als platte Alternative gedacht. Wut und Empörung sind natürlich wichtige politische Leidenschaften und Mobilisierungsanstöße. Ich bin auch wütend über die Parallelgesellschaft organisierter Unverantwortlichkeit im Finanz- und Wirtschaftsleben. Aber was machen wir Wütenden ab dem 17. Oktober? Zwei Bezüge werden jetzt regelmäßig zu Mut Statt Wut hergestellt: zum Protest am 15. Oktober 2011 im Frankfurter Bankenviertel und zum Aufkommen der Piraten-Partei seit ihrem Wahlerfolg in Berlin. Die Piraten, deren Erscheinen auf der politischen Bühne ich erst einmal begrüße, nähren die Vorstellung, durch Netz-Aktivität politisch zu mobilisieren. Dass man via Netz Bewegung erzeugen beziehungsweise unterstützen kann, zeigt sich vor allem dort, wo andere Medien und Kanäle der Mobilisierung versperrt sind, also in autoritären Systemen mit Zensur und Staatskontrolle der öffentlichen Kommunikation. Zuletzt und bis heute in der arabischen Demokratiebewegung.

Auch in Demokratien mit einem großen Repertoire freier Meinungsäußerung bildet das Netz einen breiter werdenden Nebenkanal. So weit so gut. Zur Illusion wird dieser Ansatz, wenn man sich auf Netz-Aktivität und virtuelle Vergemeinschaftung beschränkt. Ein Medium ist ein Medium ist ein Medium …

Oder wenn man es dabei belässt, sich im Bankenviertel zu zeigen (was ich ebenfalls sehr begrüße und dort sein werde), aber dann nicht in die jeweilige Nische zurückkehrt, in der man konkret Politik machen kann, von der kleinen Bürgerinitiative bis zur großen Nichtregierungsorganisation. Das ist gemeint mit der Zivilisierung, also (im besten Sinne) Verbürgerlichung des Wutbürgers. Mehr dazu im Buch und hier …

05.
Okt.
11

Mut statt Wut

Von Claus Leggewie|Allgemein|6 Kommentare

Heute wird mein neues Buch „Mut statt Wut. Aufbruch in eine neue Demokratie“, erschienen bei der edition Koerber-Stiftung in Hamburg, ausgeliefert. Ich bin sehr gespannt, wie es aufgenommen wird. Es knüpft an den Überraschungs-Bestseller „Das Ende der Welt, wie wir sie kannten. Klima, Zukunft und die Chancen der Demokratie“ an, den ich mit Harald Welzer 2009 vorgelegt habe. Seither ist viel geschehen, der Protest gegen einen Natur und Zukunft zerstörenden Kapitalismus ist nicht mehr abstrakt. Seit 14 Tagen ist er sogar vor der Wall Street angekommen.

Heute erscheint dazu auch ein Text von mir in der Frankfurter Rundschau und der Berliner Zeitung – mit der These, dass die Selbstabwicklung des Kapitalismus der großen Konzerne schon ein gutes Stück vorangekommen ist, wir den bürgergesellschaftlichen Aspekt der Selbstverteidigung aber zur genossenschaftlichen Selbstorganisation ausbauen müssen.

Wer mit mir und Ines Pohl (Chefredakteurin der tageszeitung) über „Mut statt Wut“ diskutieren will, möge bitte am 13. Oktober ins Lesezelt der Frankfurter Buchmesse kommen. Weitere Veranstaltungen werden der Verlag und dieses Blog ankündigen.

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Reaktionen

  • Buch der Woche: Mut statt Wut. Aufbruch in eine neue Demokratie (Der Freitag)
  • Buchmesse 2011: Wut- und andere Bürger (UmamiBücher)
  • Demokratie: Anleitung zum Glücklichsein – Claus Leggewie will Mut statt Wut (Märkische Allgemeine)
  • Steht auf und wehrt euch – Claus Leggewies "Mut statt Wut" (3sat)
  • Yes, we must! – Krise und Messe (Neues Deutschland)
  • „Mut statt Wut“: die Mutbürger-Bewegung (Denkraum)

Links

  • Körber-Stiftung
  • Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI)
  • Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen

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